Christian Scriver
Kurzinformation zu Christian Scriver
Christian Scriver (* 2. Januar 1629 in Rendsburg / Holstein; † 5. April 1693 in Quedlinburg) war ein lutherischer Theologe, Pfarrer, Erbauungsschriftsteller und Kirchenliederdichter.

Scriver war zunächst 1652 Hauslehrer und dann 1653 Pfarrer an der St. Jacobi-Kirche in Stendal, von 1667 an Pfarrer an der St. Jacobi-Kirche in Magdeburg, und wurde 1690 Oberhofprediger in Quedlinburg.
Scriver übte als Erbauungs- und Volksschriftsteller auf seine Zeitgenossen und die Nachwelt einen großen Einfluss aus. Durch seine Kritik an den seelsorgerlichen und pädagogischen Defiziten in seiner lutherischen Kirche und seine eigenen Reformbestrebungen in einer intensiven lutherischen Spiritualität wurde er auch vom Pietismus des 18. Jahrhunderts stark beachtet.
Sein bekanntestes Werk, "Gottholds Zufälliger Andachten Vier Hundert" (1663-1671 erschienen), erlebte bis Ende des 19. Jahrhunderts ca. 30 (!) Auflagen und einige Übersetzungen, z. B. in Englisch, Schwedisch und Dänisch. Sein Hauptwerk, der monumentale "Seelen-Schatz" mit über 2000 Folio-Seiten, eine Sammlung erweiterter Magdeburger Wochenpredigten aus der Sankt-Jakobi-Kirche Magdeburg, erschien 1675 -1696 und erlebte 1744 die 12. Gesamtauflage. Etliche Predigtpostillen Scrivers - am bekanntesten wurde "Die Herrlichkeit und Seligkeit der Kinder Gottes" 1685 - wurden von seinem Schwiegersohn Johann Heinrich Hävecker (Pfarrer in Calbe / Saale) bearbeitet und herausgegeben.
Christian Scriver ist der Textdichter der Kirchenlieder "Der lieben Sonne Licht und Pracht" (EG 479) und "Jesu, meiner Seelen Leben" (EG-Baden-Elsass-Lothringen 631)."